Zur Geschichte von Meilsen
 

 

Eine Recherche von Michael Marquardt im Jahre 2003
 

 

Meilsen gehört zu einer Gruppe von „Husen-Ortsnamen“ wie z.B. Sieversen, Tötensen, Emsen, Dibbersen, Dangersen etc. um den Höhenrücken der Harburger Berge. Diese Orte liegen größtenteils auf fruchtbarem Flottlehmböden und sind vermutlich bereits frühe Dorfgründungen, die bereits in der Zeit um 800 bestanden haben (vgl. Förste, Richter).

Die erste Erwähnung Meilsens soll in der Urkunde 524 des Klosters St. Michaelis, Lüneburg zu finden sein. Im Jahre 1353 verkauft der Knappe Hermann Schulte (ein Horneburger Ritter) dem Kloster zwei Höfe in „Meylerdessen“. Ob es sich hierum tatsächlich um Meilsen handelt ist bisher nicht erwiesen.

Die regelmäßigen sicheren Erwähnungen Meilsens beginnen mit der Belehnung derer von Heimbruch durch die Fürsten zu Lüneburg-Braunschweig im Jahre 1471. Hier wird unser Meilsen als „twen Hoven to dem Eilersen und dem Sunder“ bezeichnet (UB von Heimbruch).

Grundherr des Dorfes Meilsen ist also von 1471 das Adelsgeschlecht der Familie von Heimbruch. Vor dieser Zeit soll das Dorf etwa 50 Jahre wüst gewesen sein und wurde erst dann durch die Anlage eines großen Haupthofes wieder besiedelt (vgl. Förste, Holzungsprotokoll Stuvenwald).

Im Viehschatzregister des Amt Moisburg (Grieser) wird dann auch ein Bauer Lütke erwähnt, welcher für seinen ungewöhnlich hohen Viehbestand Landbede (eine Vermögenssteuer) zahlt. Irgendwann bis 1667 wird dann auch ein zweiter Halbhof angelegt, der im Harburger Erbregister beschrieben wird. Zu diesem Zeitpunkt ist die Familie von Heimbruch aber bereits nicht mehr Grundherr über das Dorf. In Folge von jahrelangen Streitigkeiten mit dem Herzog von Harburg, einer Nebenlinie des Hauses Lüneburg-Braunschweig, verkauft die Familie von Heimbruch 1603  ihre gesamten Besitzungen im Raum der Este und Seeve dem Herzog in Harburg und läßt sich im Raum Verden an der Aller nieder (UB von Heimbruch). In diesem Jahr gelangt das Dorf dadurch in das Amt Harburg, Die Verwaltung erfolgt zunächst von der Vogtei Emsen. Nach Auflösung der Vogtei in Emsen 1748 gehört das Dorf dann für einige Jahre zur Vogtei Jesteburg.

Bis zum Ende des 19.Jahrhunderts besteht das Dorf Meilsen weiterhin nur aus 2 Höfen, ein Vollhof und einem Halbhof sowie einigen Häuslingsfamilien.

Die Ablösung der Grundherrschaft mit einhergehender Verkopplung der Flächen (Flurbereinigung) erfolgt im Jahr 1856.

Im Anschluß findet der Zusammenschluß der beiden kleinen Gemeinden Steinbeck und Meilsen am 23.Juni 1865 statt. Erster Gemeindevorsteher ist der Vollhöfner Heinrich Aldag (Minkens, Nr.5) aus Steinbeck. Der Stellvertreter ist Hans Christian Marquardt vom Vollhof Nr.1 in Meilsen. Zu diesem Zeitpunkt wird Meilsen dem Amte Moisburg zugehörig erklärt.

1972 folgt dann in Folge der Gebietsreform die Einverleibung der Gemeinde Steinbeck mit Meilsens durch die Stadt Buchholz in der Nordheide.

Die älteste Familie im Dorfe ist die Familie Marquardt, die nachweislich seit 1658 in Meilsen ansässig ist (Kirchenbücher Hollenstedt).

Kirche

Prägend für das Heiratsverhalten war über Jahrhunderte die Zugehörigkeit zur Hollenstedter Kirche. Seit Beginn der Kirchenbücher ist diese Zugehörigkeit Meilsens nachgewiesen. Nachdem dann in Buchholz die St. Paulus Kirche gebaut worden ist (1892), will man sich offensichtlich die weiten Wege nach Hollenstedt ersparen und wechselt 1910 die Zugehörigkeit.

Schule

1687 erfolgt der Bau eines gemeinsamen Schulhauses mit den „Vierdörfern“ Sprötze, Trelde, Kakenstorf und Drestedt in Trelde. Bis 1910 gehören die Meilser Kinder zu diesem Schulverband. 1910 wird dann die erste gemeinsame Schule mit Steinbeck  gebaut.

Literatur- und Quellenverzeichnis:

Förste, Artur Conrad (1995): 38 neue Forschungen und Quellen zur Ortsnamenkunde der Buxtehuder Geest.

Generalia (1748) Auflösung der Vogtey Emsen, im Nieders. Hauptstaatsarchiv in Hannover, Hann.74 Harburg

Geschichts- und Museumsverein Buchholz und Umgebung (1985): Steinbeck und Meilsen am Stuvenwald, Selbstverlag.
Geschichts- und Museumsverein Buchholz und Umgebung (1987): Buchholzer Jahrbuch Nr.4, Selbstverlag.

Grieser, Rudolf (1942): Schatz- und Zinsverzeichnisse des 15.Jahrhunderts aus dem Fürstentum Lüneburg.

In Historische Quellen und Darstellungen zur Geschichte Niedersachsens, Historischer Verein Niedersachsen.

 

Harburger Amtslagerbuch von 1667

Kirchenbücher Hollenstedt von 1639 - 1910

Marquardt, Wilhelm (1979): Chronik der Dörfer Bötersheim, Drestedt, Kakensdorf, Trelde.

Marquardt, Wilhelm: Chronik Sprötze.

Protokoll der Gründung der Gemeinde Steinbeck und Meilsen, (1865) im Stadtarchiv Buchholz

 

Richter, Klaus (1984): Grundzüge der geschichtlichen Entwicklung des Buchholzer Raumes von der
Christianisierung bis ins 20.Jahrhundert

Harburger Kreiskalender 1984

Stuvenwaldsholting am 23. März 1512

In W. Meyne (1936): Die ehemalige Hausvogtei  Moisburg. Verlag J. Vetterli, Buxtehude. 

Urkundenbuch der Familie von Heimbruch (1886). Herausgeber H. Grotefend. Frankfurt a. M.

Urkundenbuch des Klosters St.Michaelis Lüneburg

 
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